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Jan
26

Ein Vorreiter in der Ruhephase

Christoph Rothmann verabschiedet sich von seiner Altenauschule

VON ANNIKA FALK

Borchen. Fast seine gesamte Berufslaufbahn war Christoph Rothmann an der Altenauschule in Borchen tätig. Der Pädagoge ist ein Urgestein und Vordenker. Bevor Konstrukte wie die Sekundarschule im Gespräch waren, führte er eine Verbundsschule ein. Nun geht der 62-Jährige nach 40 Jahren in den Ruhestand.

Als die Hauptschule im Jahr 1972 in das neue Schulgebäude gezogen ist, war Christoph Rothmann als junger Mathematik- und Physiklehrer mit an Bord. Seit 2004 ist er Schulleiter und unterrichtet mittlerweile bereits die Kinder seiner ehemaligen Schüler. „Beim Kennenlerntag vor den Sommerferien, an dem wir die neuen Fünftklässler mit ihren Eltern begrüßen, gibt es immer ein großes Wiedersehen“, freut sich der 62-Jährige.

Im Gegensatz zu vielen Kollegen genießt Rothmann es, in der Gemeinde zu leben, in der er arbeitet. „Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, winken viele aus den Autos heraus“, so der begeisterte Hobbysportler. „Das ist ein spätes Dankeschön von denen, die das während der Schulzeit nicht so ausdrücken konnten.“

Der Pädagoge hat an der Altenauschule im Laufe der Zeit viel vorangetrieben. Seit 12 Jahren werden die Schüler auch zur Mittleren Reife gebracht. „Wir haben damals einen regelrechten Schülerschub gespürt“, erinnert sich Rothmann. Seit vier Jahren ist die Altenauschule, wie sie seit 1993 heißt, eine offizielle Verbundschule.

„Er hat die Verantwortung für die Schule übernommen in einer Zeit, in der die Schulpolitik vor große Herausforderungen gestellt war“, sagt Reiner Allerdissen über den Schulleiter. „In einer Zeit, in der Jugendliche schwer in Ausbildungsplätze zu vermitteln waren, hat er es geschafft, dass die Altenauschule einen wesentlich besseren Ruf genießt als andere.“ Der Bürgermeister ist sicher, dass Christoph Rothmann auch nach seiner Pensionierung ein „bewährter Ansprechpartner“ sein wird.

Aktuell werden 485 Schüler unterrichtet. Sie haben sich während seiner Berufslaufbahn verändert, sagt der Schulleiter, seien aber nicht schlechter geworden, nur anders: „Sie können in manchen Bereichen mehr als wir, haben alle Chancen der Welt.“ Berühmte Politiker waren zwar nicht unter den Schülern, „aber genug davon, die hier unauffällig waren und heute Millionen bewegen“, so Rothmann. Denn mit Hauptschulabschluss, Ausbildung und Studium habe man in manchen Bereichen bessere Chancen als direkt nach dem Abitur.

Ermüdend seien hingegen manchmal die Schnellschüsse aus Düsseldorf gewesen. Dennoch ist er Lehrer mit Leib und Seele. Wenn einem der Beruf gefältt, fällt er auch leicht – das ist sein Motto. „Ich gehe jeden Tag gerne zur Schule, aber freue mich auch, dass ich jetzt andere Dinge tun kann“, sagt er. Mehr Sport – vor allem Fahrradfahren, Laufen und Schwimmen – will er betreiben. Außerdem muss er an seinem Haus einiges werkeln.

Zeit hat er dafür ab 1. Februar, dann tritt Christoph Rothmann in die passive Phase der Altersteilzeit. Am Freitag, 27. Januar, um 11.30 Uhr wird er in der Aula der Schule verabschiedet. Eine Nachfolgerin steht bereits fest, wurde von Rothmann bereits eingearbeitet, wird aber erst morgen offiziell vorgestellt. „Sie hat eine tolle Mannschaft im Rücken und wird das meistern“, ist Rothmann überzeugt.

Artikel in der Neuen Westfälischen vom 26.1.2012

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